Ethernet
IEEE 802.3 – Das LAN-Protokoll
Ethernet ist der de-facto-Standard für kabelgebundene lokale Netzwerke. Es definiert, wie Daten als Frames über Kupfer- oder Glasfaserkabel übertragen werden – von 10 Mbit/s (1983) bis heute 400 Gbit/s.
Entstehung und Beteiligte
Robert Metcalfe entwickelte Ethernet ab 1973 am Xerox Palo Alto Research Center; David Boggs baute entscheidend an der ersten praktischen Umsetzung mit. Die Idee nahm Anregungen aus ALOHAnet auf. Metcalfes Memo vom 22. Mai 1973 gilt als Geburtsdokument.
Welches Problem sollte gelöst werden?
Die Alto-Computer bei Xerox PARC sollten Drucker und Server mit hoher Geschwindigkeit teilen. Punkt-zu-Punkt-Kabel oder zentrale Schaltungen waren unflexibel. Gesucht wurde ein lokales Paketnetz, an das viele Geräte einfach angeschlossen werden konnten.
Technische Hürden und Lösungen
Das ursprüngliche Koaxialkabel war ein geteiltes Medium. CSMA/CD regelte, wann Geräte senden und wie sie auf Kollisionen reagieren. Später ersetzten Twisted Pair, Switches und Vollduplexbetrieb das gemeinsame Kabel, während das Frameformat und die Adressierung erhalten blieben.
Standardisierung und Einordnung
Netzwerktechnik entsteht selten als Einzelerfindung. Forschungseinrichtungen, Hersteller und Standardisierungsgremien erproben Verfahren, dokumentieren sie in RFCs oder IEEE-Normen und verbessern sie über viele Jahre. Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen erster Idee, erster praktischer Implementierung und späterem Standard. Moderne Netze tragen häufig mehrere historische Schichten gleichzeitig: Ethernet auf der lokalen Verbindung, IP für die Adressierung und TCP oder UDP für den Transport.
Technik im praktischen Betrieb
Im praktischen Betrieb müssen Adressierung, Namensauflösung, Weiterleitung und lokale Übertragung als zusammenhängende Kette betrachtet werden. Ein Fehler zeigt sich häufig an einer anderen Stelle als seiner Ursache: Eine falsche Subnetzmaske wirkt wie ein Routingproblem, ein fehlender ARP-Eintrag wie eine unterbrochene Leitung und ein DNS-Fehler wie ein ausgefallener Server. Aussagekräftige Diagnose beginnt deshalb unten bei Link und Adresse, prüft anschließend Weg und Transport und erst danach die Anwendung. Paketmitschnitte, Tabellenstände und genaue Zeitpunkte sind verlässlicher als Vermutungen aus einer einzelnen Fehlermeldung.
Warum das Thema heute noch relevant ist
Die historischen Entscheidungen wirken bis heute, weil grundlegende Netzprotokolle extrem langlebig sind. Neue Verfahren müssen mit Milliarden vorhandener Geräte, Anwendungen und Konfigurationen zusammenarbeiten. Deshalb bleiben Felder, Begriffe und Grenzen erhalten, die aus einer Zeit mit wenigen Forschungsnetzen stammen. Wer die damalige Problemstellung kennt, versteht besser, warum manche Lösungen bewusst einfach, zustandslos oder fehlertolerant entworfen wurden und weshalb spätere Erweiterungen nicht jede Altlast beseitigen konnten.
Daten und Meilensteine
- 1973: erstes Ethernet-Konzept bei Xerox PARC.
- 1980: DEC, Intel und Xerox veröffentlichen die DIX-Spezifikation.
- 1983: IEEE 802.3 wird als Standard veröffentlicht.
- Moderne Geschwindigkeiten reichen von Mbit/s bis zu mehreren hundert Gbit/s.
Was ist Ethernet?
Ethernet (IEEE 802.3) ist der dominierende Standard für kabelgebundene lokale Netzwerke. Erfunden 1973 von Bob Metcalfe bei Xerox PARC, heute in Büros, Rechenzentren und Heimnetzwerken universell eingesetzt.
Ethernet definiert den Frame-Aufbau (wie Daten verpackt werden) und die physikalische Übertragung. Ein Ethernet-Frame enthält Ziel-MAC, Quell-MAC, Typ/Länge-Feld, Nutzdaten (46–1500 Byte) und FCS (Frame Check Sequence) zur Fehlererkennung.
Geschwindigkeiten und Standards
- 10BASE-T: 10 Mbit/s, CAT3-Kabel, historisch (1990)
- 100BASE-TX: 100 Mbit/s (Fast Ethernet), CAT5-Kabel (1995)
- 1000BASE-T: 1 Gbit/s (Gigabit Ethernet), CAT5e/CAT6 (1999)
- 10GBASE-T: 10 Gbit/s, CAT6A bis 100m (2006)
- 25G/40G/100G: Rechenzentrumsstandards auf Glasfaser oder DAC
- 400GBASE: Moderne Backbone-Verbindungen in Hyperscale-Rechenzentren
PoE und Jumbo Frames
Power over Ethernet (PoE) ermöglicht die Stromversorgung von Geräten (IP-Kameras, VoIP-Telefone, Access Points) über das Datenkabel. 802.3af liefert 15,4W, 802.3at (PoE+) 30W und 802.3bt (PoE++) bis zu 90W.
Jumbo Frames sind Ethernet-Frames mit mehr als 1500 Byte Nutzdaten (bis zu 9000 Byte MTU). Sie reduzieren den Overhead bei großen Datentransfers erheblich – essentiell in Speichernetzwerken (iSCSI, NFS) und Rechenzentren.