Debian
Gemeinschaftsdistribution mit Stable-, Testing- und Unstable-Zweig
Debian ist eine unabhängige, gemeinschaftlich entwickelte Linux-Distribution. Sie bildet die technische Basis für zahlreiche weitere Systeme, darunter Ubuntu und viele Serverplattformen.
Ian Murdock und die Gründung von Debian
Debian wurde am 16. August 1993 von Ian Murdock gegründet, damals Student an der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana. In seinem Debian Manifesto forderte er eine Distribution, die sorgfältig zusammengestellt und offen von einer Gemeinschaft gepflegt werden sollte. Das GNU-Projekt der Free Software Foundation unterstützte Debian von November 1994 bis November 1995. Aus einer kleinen Entwicklergruppe wurde ein internationales Projekt mit eigener Verfassung, gewählter Projektleitung und detaillierten technischen Regeln.
Die Namensgeschichte ist ungewöhnlich persönlich: „Debian“ setzt sich aus Debra, dem Vornamen von Murdocks damaliger Partnerin und späteren Ehefrau, und Ian zusammen. Die offizielle Aussprache entspricht ungefähr „Deb-ii-en“.
Soziale Regeln als technische Grundlage
Debian wird nicht von einem einzelnen Unternehmen kontrolliert. Der Debian Social Contract beschreibt die Verpflichtung zu freier Software, Transparenz und Rückgabe von Verbesserungen an die Gemeinschaft. Die Debian Free Software Guidelines wurden zu einer wichtigen Grundlage der späteren Open-Source-Definition. Entscheidungen entstehen über öffentliche Mailinglisten, Abstimmungen und Maintainer-Arbeit.
Diese Organisation beeinflusst die Technik. Pakete müssen klaren Policy-Regeln folgen, Abhängigkeiten sauber beschreiben und reproduzierbar in definierte Zweige wandern. Unstable trägt traditionell den Namen Sid, Testing wird zur nächsten Stable-Ausgabe, und Stable erhält nach Veröffentlichung nur kontrollierte Änderungen. Die Versionsnamen stammen aus den Toy-Story-Filmen.
dpkg, APT und die Bedeutung als Stammbaum
Debian entwickelte mit dpkg sein grundlegendes Paketformat und mit APT eine darüberliegende Lösung für Paketquellen, Abhängigkeiten und Updates. Tausende Binärpakete werden aus Quellpaketen für mehrere Architekturen gebaut. Diese Infrastruktur macht Debian gleichzeitig konservativ und extrem vielseitig: Stable wird auf Servern wegen planbarer Änderungen geschätzt, Testing und Unstable dienen als beweglichere Entwicklungszweige.
Debian ist außerdem Stammvater vieler Distributionen. Ubuntu, Linux Mint in seiner Standardausgabe, Proxmox VE, Raspberry Pi OS und zahlreiche Spezialplattformen übernehmen Teile seiner Pakete oder Werkzeuge. Dadurch reicht Debians Einfluss weit über direkt gezählte Installationen hinaus.
Daten und Besonderheiten
- Debian wurde am 16. August 1993 offiziell gegründet.
- Stable, Testing und Unstable sind Entwicklungszweige, keine bloßen Qualitätsnoten einzelner Pakete.
- „Sid“ bleibt dauerhaft der Name von Unstable; andere Veröffentlichungen erhalten wechselnde Toy-Story-Namen.
- Debian unterstützt traditionell mehrere Prozessorarchitekturen und dient zahlreichen Distributionen als Basis.
Geschichte und Einordnung
Ian Murdock kündigte Debian 1993 an. Das Projekt entwickelte den Debian Social Contract, die Debian Free Software Guidelines und das Paketformat DEB. Versionscodenamen stammen traditionell aus Toy Story.
Technik und Besonderheiten
APT und dpkg verwalten Pakete. Stable priorisiert Vorhersagbarkeit, Testing bereitet die nächste Veröffentlichung vor und Unstable, stets Sid genannt, nimmt neue Pakete zuerst auf. Debian unterstützt viele Prozessorarchitekturen und lässt sich sehr schlank installieren.
Support und heutiger Einsatz
Debian 13 Trixie ist seit 9. August 2025 Stable. Regulärer Support ist bis 9. August 2028 vorgesehen, LTS bis 30. Juni 2030. Debian beschreibt den üblichen Lebenszyklus als rund drei Jahre reguläre Pflege plus zwei Jahre LTS.
Verbreitung und Nutzerzahlen
Debian veröffentlicht keine belastbare Zahl aktiver Installationen. Ein großer Teil der Bedeutung entsteht indirekt: Ubuntu, Proxmox VE und zahlreiche Container-Images bauen auf Debian oder seinem Paketökosystem auf.