GNU/Linux
Freier Kernel, freie Werkzeuge und viele Distributionen
GNU/Linux bezeichnet Betriebssysteme, die den Linux-Kernel mit GNU-Werkzeugen und weiterer freier Software kombinieren. Anders als Windows oder macOS wird Linux nicht als ein einzelnes Produkt entwickelt.
Unix, GNU und ein Student in Helsinki
Die Geschichte von Linux beginnt lange vor Linux. Unix entstand ab 1969 bei Bell Labs und prägte Konzepte wie kleine kombinierbare Werkzeuge, hierarchische Dateisysteme und Mehrbenutzerbetrieb. 1983 kündigte Richard Stallman am MIT das GNU-Projekt an: ein vollständig freies, Unix-kompatibles Betriebssystem. GNU ist ein rekursives Akronym für „GNU’s Not Unix“ – der Name sollte zugleich technisch passen, ein echtes Wort sein und sich gut aussprechen lassen. Viele wichtige Werkzeuge, Compiler und Bibliotheken waren bereits vorhanden, doch ein praxistauglicher Kernel fehlte.
1991 begann der finnische Informatikstudent Linus Torvalds an der Universität Helsinki einen eigenen Kernel für seinen 386-PC zu schreiben. Aus einem persönlichen Lernprojekt entstand durch Beiträge über das Internet ein weltweites Entwicklungsmodell.
Warum heißt Linux Linux?
Torvalds wollte sein Projekt zunächst „Freax“ nennen – eine Mischung aus free, freak und dem Unix-typischen X. Ari Lemmke, der den FTP-Server für die ersten Dateien bereitstellte, legte das Verzeichnis jedoch unter dem Namen „linux“ an. Damit verband sich Linus’ Vorname mit Unix. Der Name blieb. 1992 stellte Torvalds den Kernel unter die GNU General Public License, wodurch Kernel und GNU-Werkzeuge rechtlich und praktisch zusammenwachsen konnten.
Deshalb sprechen einige bewusst von GNU/Linux: Linux bezeichnet streng genommen den Kernel, während ein benutzbares System zusätzlich Shell, Bibliotheken, Compiler, Init-System, Paketverwaltung und viele Anwendungen benötigt. Android verwendet ebenfalls den Linux-Kernel, ist aber keine klassische GNU/Linux-Distribution.
Vom Kernel zum weltweiten Ökosystem
Linux 1.0 erschien 1994. Mit Unterstützung weiterer Prozessorarchitekturen, symmetrischem Multiprocessing, modernen Dateisystemen, Netzwerk-Stacks, Containern und Virtualisierung entwickelte sich der Kernel zur universellen Plattform. Heute läuft er auf kleinen Routern, Smartphones, Servern, Supercomputern und Mainframes. Mainline-Versionen erscheinen laut kernel.org ungefähr alle neun bis zehn Wochen; stabile und langfristig gepflegte Zweige werden parallel gewartet.
Es gibt dennoch nicht „das eine Linux“. Distributionen kombinieren den Kernel mit ausgewählten Paketen, Installer, Updatepolitik und Supportmodell. Debian, Ubuntu, Fedora, openSUSE, Arch und RHEL verfolgen deshalb trotz gemeinsamer Basis sehr unterschiedliche Ziele.
Daten und Besonderheiten
- Linux bezeichnet streng genommen den Kernel; Distributionen ergänzen Benutzerland, Paketverwaltung und Anwendungen.
- Linux 0.01 erschien 1991 zunächst unter einer eigenen, nicht vollständig freien Lizenz.
- Mit Version 0.12 wechselte der Kernel zur GNU GPL.
- Der Pinguin Tux wurde 1996 zum Maskottchen; der Name verbindet Torvalds und Unix.
Geschichte und Einordnung
Linus Torvalds veröffentlichte 1991 den ersten Linux-Kernel. Zusammen mit GNU-Werkzeugen entstand eine vollständig freie Unix-artige Plattform. Distributionen bündeln Kernel, Paketverwaltung, Installationsprogramm, Desktop oder Serverrollen und eigene Supportmodelle.
Technik und Besonderheiten
Linux unterstützt zahlreiche Architekturen, von eingebetteten Geräten bis zu Mainframes und Supercomputern. Rechteverwaltung, Namespaces, cgroups, Container, KVM, ein austauschbarer Desktop und automatisierbare Paketverwaltung machen die Plattform besonders flexibel.
Support und heutiger Einsatz
Es gibt keinen einheitlichen Linux-Supportzeitraum. Entscheidend ist die Distribution: Debian und Ubuntu LTS bieten planbare Wartungsfenster, Arch und Tumbleweed werden rollierend aktualisiert, RHEL und Enterprise-Ableger setzen auf langfristige Kompatibilität.
Verbreitung und Nutzerzahlen
Absolute Nutzerzahlen sind wegen freier Downloads, Spiegelservern, Offline-Systemen und Serverinstallationen nicht zuverlässig ermittelbar. StatCounter misst Linux anhand von Webzugriffen; Server-, Cloud-, Container- und Embedded-Nutzung wird dadurch kaum abgebildet.