SUSE und openSUSE
YaST, zypper, Leap und Tumbleweed
Die SUSE-Familie umfasst die Gemeinschaftsdistribution openSUSE und kommerzielle SUSE-Linux-Enterprise-Produkte. Der korrekte Name lautet SUSE – umgangssprachlich wird er gelegentlich als „Susi“ ausgesprochen.
S.u.S.E. aus Franken
Die Wurzeln von SUSE liegen tatsächlich in Franken. Am 2. September 1992 gründeten Roland Dyroff, Thomas Fehr, Burchard Steinbild und Hubert Mantel in Fürth die „Gesellschaft für Software- und System-Entwicklung“. 1998 zog der Hauptsitz nach Nürnberg. Aus den Anfangsbuchstaben wurde S.u.S.E.; später vereinfachte das Unternehmen die Schreibweise zu SuSE und schließlich SUSE. Umgangssprachlich hört man deshalb bis heute „Susi“, offiziell heißt das Projekt jedoch SUSE beziehungsweise openSUSE.
Anfangs vertrieb und übersetzte die Firma Linux-Software. Ein frühes Slackware-basiertes Produkt wurde auf rund 40 Disketten ausgeliefert. Später entstand mit Einflüssen aus Jurix eine eigenständige Distribution. Die deutsche Herkunft war lange an ausführlichen deutschsprachigen Handbüchern und großen Softwareboxen sichtbar.
Von der Firma zum offenen Projekt
Novell übernahm SUSE 2003. Im August 2005 wurde das openSUSE-Projekt angekündigt, um Entwicklung und Community stärker zu öffnen. Damit trennten sich die Rollen: openSUSE liefert freie Gemeinschaftsdistributionen, SUSE Linux Enterprise bildet die kommerziell unterstützte Unternehmenslinie. Eigentümer und Konzernstrukturen wechselten mehrfach, doch Nürnberg blieb ein wichtiger Entwicklungsstandort.
Diese Geschichte erklärt die Nähe zwischen openSUSE Leap und SUSE Linux Enterprise. Leap nutzt bewusst viele Unternehmenskomponenten, während Tumbleweed als fortlaufend aktualisierte Rolling-Release-Ausgabe die neuere Softwarelinie darstellt.
YaST, Zypper, Btrfs und Snapper
Ein Markenzeichen ist YaST – „Yet another Setup Tool“. Es bündelt Installation, Benutzer, Netzwerk, Speicher, Dienste und viele Serverrollen in einer grafischen oder textbasierten Oberfläche. Zypper verwaltet RPM-Pakete über libzypp und gilt als leistungsfähiges Werkzeug für Abhängigkeiten und Repositorys.
openSUSE setzt traditionell stark auf Btrfs für das Wurzeldateisystem. Zusammen mit Snapper entstehen vor und nach Paketänderungen Snapshots, zu denen ein System zurückrollen kann. Tumbleweed wird über automatisierte Tests in openQA abgesichert. Damit verbindet das Projekt neue Pakete mit ungewöhnlich systematischer Qualitätskontrolle.
Daten und Besonderheiten
- S.u.S.E. wurde 1992 in Fürth gegründet; der Hauptsitz wechselte 1998 nach Nürnberg.
- Die erste eigenständige SUSE-Ausgabe 4.2 spielte mit der Zahl 42 aus „Per Anhalter durch die Galaxis“.
- Leap folgt einem Versionsmodell mit festen Veröffentlichungen, Tumbleweed ist ein Rolling Release.
- YaST, Zypper, Btrfs, Snapper und openQA gehören zu den prägenden Werkzeugen.
Geschichte und Einordnung
S.u.S.E. entstand 1992 in Deutschland; die erste eigene Distribution erschien in den 1990er-Jahren. Das openSUSE-Projekt wurde 2005 geöffnet. Heute stehen Leap für planbare Versionen und Tumbleweed für ein getestetes Rolling Release.
Technik und Besonderheiten
YaST bündelt Installation und Systemverwaltung, zypper verwaltet RPM-Pakete. Btrfs, Snapper und bootfähige Snapshots sind besonders eng integriert. Tumbleweed liefert neue Software fortlaufend, Leap orientiert sich stärker an SUSE Linux Enterprise.
Support und heutiger Einsatz
Tumbleweed besitzt kein festes EOL, solange das System laufend aktualisiert wird. Leap 16.0 wird laut openSUSE mindestens bis Oktober 2027 gepflegt; neuere Leap-Punktversionen sollen jeweils 24 Monate Support erhalten.
Verbreitung und Nutzerzahlen
Für openSUSE und SUSE existiert keine vollständige öffentliche Installationszählung. Downloadzahlen unterschätzen bestehende Systeme, während Unternehmensinstallationen über Abonnements nur einen Teil der gesamten Familie abbilden.