Windows 11
Aktuelle Windows-Generation mit jährlichen Feature-Releases
Windows 11 ist Microsofts aktuelle Client-Plattform. Sie modernisiert Oberfläche, Sicherheitsanforderungen und Update-Modell, bleibt technisch aber eng mit Windows 10 und der NT-Familie verwandt.
Entstehung aus dem Projekt Sun Valley
Nach der Aussage, Windows 10 werde fortlaufend weiterentwickelt, wirkte ein neuer Produktname zunächst überraschend. Unter dem internen Gestaltungsprojekt „Sun Valley“ modernisierte Microsoft Oberfläche, Startmenü und Fensterverwaltung. Am 24. Juni 2021 wurde daraus offiziell Windows 11; die allgemeine Verfügbarkeit begann am 4. Oktober 2021. Der Versionssprung war deshalb weniger ein vollständiger technischer Neubau als ein neues Produkt- und Sicherheitskapitel auf derselben NT-10.0-Basis.
Das zentrierte Startmenü, abgerundete Fenster und Snap Layouts sollten das System moderner und für unterschiedliche Bildschirmgrößen geeigneter machen. Mehrere angekündigte Funktionen erschienen erst später oder wurden verändert. Ein Beispiel ist die Unterstützung von Android-Apps, deren dafür vorgesehenes Subsystem Microsoft 2025 wieder einstellte.
Die umstrittene Hardwaregrenze
Windows 11 machte TPM 2.0, Secure Boot und unterstützte Prozessorfamilien zu zentralen Voraussetzungen. TPM bedeutet Trusted Platform Module: ein Sicherheitsbaustein, der kryptografische Schlüssel schützen und den Systemstart messen kann. Secure Boot soll verhindern, dass nicht vertrauenswürdiger Code bereits vor Windows geladen wird. Microsoft begründete die strengere Basis mit höherer Zuverlässigkeit und einer Sicherheitsarchitektur, die auf Virtualization Based Security, Credential Guard und geschützten Anmeldeinformationen aufbaut.
Die Grenze schloss jedoch viele technisch noch leistungsfähige PCs vom offiziellen Upgrade aus. Genau daraus entstand die anhaltende Diskussion, ob Windows 11 vor allem ein Sicherheitsfortschritt oder auch ein künstlich beschleunigter Hardwarewechsel sei. Installationen auf nicht unterstützter Hardware sind möglich, besitzen aber keine uneingeschränkte Supportzusage.
Technische Schichten und Update-Modell
Unter der Oberfläche arbeitet weiterhin der Windows-NT-Kernel. Win32 bleibt die wichtigste klassische Anwendungsschnittstelle; moderne Apps verwenden zusätzlich WinUI und weitere Windows-App-SDK-Komponenten. WSL 2 führt einen echten Linux-Kernel in einer schlanken virtuellen Umgebung aus. Hyper-V, Windows Sandbox und Virtual Machine Platform verwenden denselben Hypervisor-Unterbau, sofern Edition und Hardware dies unterstützen.
Statt zwei großer Funktionsupdates pro Jahr setzt Microsoft inzwischen auf eine jährliche Feature-Version. Monatliche Qualitäts- und Sicherheitsupdates folgen dem bekannten Patch-Tuesday-Rhythmus. Entscheidend ist immer die konkrete Version: Ein PC kann „Windows 11“ anzeigen und dennoch aus dem Support fallen, wenn seine Feature-Version zu alt ist.
Daten und Besonderheiten
- Der sichtbare Produktname lautet Windows 11, die interne Kernelreihe meldet weiterhin NT 10.0.
- TPM 2.0 kann Schlüssel schützen; es ersetzt weder sichere Passwörter noch regelmäßige Updates.
- Home und Pro besitzen kürzere Feature-Versionszyklen als Enterprise und Education.
- WSL 2, Hyper-V und Windows Sandbox nutzen Virtualisierung, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Geschichte und Einordnung
Windows 11 wurde am 4. Oktober 2021 allgemein verfügbar. Die Veröffentlichung folgte sechs Jahre nach Windows 10 und brachte ein zentriertes Startmenü, neue Fensteranordnung und einen neu gestalteten Microsoft Store. Seitdem erscheint in der Regel einmal jährlich eine neue Feature-Version.
Technik und Besonderheiten
Zu den prägenden Anforderungen gehören TPM 2.0, Secure Boot und eine vergleichsweise enge Liste unterstützter Prozessoren. Snap Layouts, WSL, Windows Sandbox, Hyper-V in passenden Editionen und moderne Sicherheitsfunktionen richten sich an private Nutzer und Unternehmen. Die technische Versionslinie bleibt NT 10.0.
Support und heutiger Einsatz
Windows 11 selbst ist in Support. Home und Pro erhalten für eine Feature-Version normalerweise 24 Monate, Enterprise und Education 36 Monate. Laut Microsoft Lifecycle laufen 24H2 Home/Pro bis 13. Oktober 2026, 25H2 bis 12. Oktober 2027 und 26H1 bis 14. März 2028.
Verbreitung und Nutzerzahlen
StatCounter ermittelte für Juli 2026 einen Anteil von 68,93 Prozent innerhalb der weltweit erkannten Windows-Desktopzugriffe. Das ist keine absolute Nutzerzahl, zeigt aber, dass Windows 11 Windows 10 deutlich überholt hat. Microsoft veröffentlicht keine regelmäßig aktualisierte Zahl aktiver Geräte nur für Windows 11.