Windows 8 und 8.1
Touch-Oberfläche, Windows Store und ein umstrittener Neustart
Windows 8 brach radikal mit dem klassischen Desktopkonzept. Windows 8.1 korrigierte Teile der Bedienung, konnte die Akzeptanzprobleme der Generation aber nur teilweise ausgleichen.
Vom Projekt Windows 8 zur Touch-Strategie
Windows 8 wurde am 26. Oktober 2012 veröffentlicht. Microsoft reagierte damit auf iPad, Android-Tablets und berührungsempfindliche Geräte. Die bisherige Startschaltfläche wich einer bildschirmfüllenden Startoberfläche mit Kacheln. Diese Oberfläche hieß während der Entwicklung Metro; später vermied Microsoft den Namen und sprach von Modern UI beziehungsweise Windows Store Apps. Die Kacheln sollten Inhalte direkt anzeigen und auf Tablets wie auf PCs funktionieren.
Das Grundproblem war weniger die Touch-Idee als der abrupte Wechsel zwischen zwei Bedienwelten. Klassische Desktopprogramme öffneten sich in der bekannten Umgebung, neue Apps dagegen bildschirmfüllend. Besonders auf normalen Büro-PCs wirkte dieser Bruch ungewohnt.
Windows 8.1 als Kurskorrektur
Windows 8.1 erschien am 17. Oktober 2013 und war mehr als ein kleines Service Pack. Die Startschaltfläche kehrte zurück, auch wenn sie weiterhin zur Kacheloberfläche führte. Nutzer konnten direkt zum Desktop starten, Fenstergrößen flexibler anordnen und Einstellungen besser erreichen. Für Support und Verwaltung wurden Windows 8 und 8.1 dennoch wie getrennte Stufen behandelt; Windows 8 selbst musste früh auf 8.1 aktualisiert werden.
Die Episode beeinflusste Windows 10 stark. Microsoft übernahm brauchbare Techniken wie den Store, UEFI-Optimierungen und schnellere Startvorgänge, gab aber dem klassischen Desktop und Startmenü wieder Vorrang.
Technische Neuerungen hinter der Oberfläche
Windows 8 führte den hybriden Schnellstart ein: Beim Herunterfahren wurde ein Teil des Kernelzustands gespeichert, wodurch der nächste Start schneller erfolgen konnte. Der Task-Manager wurde grundlegend erneuert, Dateioperationen erhielten übersichtlichere Dialoge und der Windows Store wurde zur zentralen Plattform für das neue App-Modell. Secure Boot wurde eng mit UEFI verbunden, und Storage Spaces erlaubte Speicherpools über mehrere Laufwerke.
Der Kernel gehörte bereits zur NT-6.x-Familie. Viele technische Fortschritte leben in späteren Windows-Versionen weiter, obwohl die Benutzeroberfläche von Windows 8 oft als gescheitertes Experiment erinnert wird.
Daten und Besonderheiten
- Windows 8 erschien 2012, Windows 8.1 2013; der Support von 8.1 endete im Januar 2023.
- Windows RT sah ähnlich aus, lief aber auf ARM-Geräten und konnte normale x86-Desktopprogramme nicht ausführen.
- Die Charms-Leiste bündelte Suche, Teilen, Geräte und Einstellungen am Bildschirmrand.
- Storage Spaces und der modernisierte Task-Manager wurden in späteren Windows-Versionen weitergeführt.
Geschichte und Einordnung
Windows 8 erschien am 26. Oktober 2012. Die Startseite mit Vollbild-Kacheln ersetzte das bekannte Startmenü. Windows 8.1 folgte im Oktober 2013 als kostenloses Update und brachte unter anderem einen sichtbaren Startknopf sowie bessere Möglichkeiten zum direkten Desktopstart zurück.
Technik und Besonderheiten
Die Generation führte den Windows Store, ein neues App-Modell, schnelleren Systemstart, UEFI-Verbesserungen und eine stark auf Touchgeräte ausgerichtete Oberfläche ein. Unter der Oberfläche blieb die klassische Win32-Desktopwelt erhalten.
Support und heutiger Einsatz
Windows 8 ohne Upgrade auf 8.1 verlor am 12. Januar 2016 den Support. Windows 8.1 erreichte am 10. Januar 2023 das Ende des erweiterten Supports. Beide Versionen sollten heute nicht mehr produktiv oder internetverbunden eingesetzt werden.
Verbreitung und Nutzerzahlen
StatCounter erkannte im Juli 2026 nur noch 0,09 Prozent Windows 8.1 und 0,02 Prozent Windows 8 innerhalb der Windows-Desktopzugriffe. Diese sehr kleinen Werte sind Webmessungen und keine gezählten Installationen.