Windows 95
Startmenü, Taskleiste und der Durchbruch des modernen Windows-Desktops
Windows 95 veränderte die PC-Bedienung nachhaltig. Startknopf, Taskleiste, lange Dateinamen und eine stärker integrierte 32-Bit-Umgebung wurden zum Vorbild späterer Windows-Versionen.
Chicago und ein außergewöhnlicher Produktstart
Windows 95 entstand unter dem Codenamen „Chicago“. Microsoft fasste mehrere Teilprojekte zusammen: Ein Microsoft-Entwickler dokumentierte später unter anderem Jaguar für den 16-Bit-DOS-Kern, Cougar für den 32-Bit-DOS-Kern, Panther für den Win32-Kern und Stimpy für die Oberfläche. Am 24. August 1995 begann einer der bekanntesten Softwarestarts der Computergeschichte. Die Kampagne nutzte den Rolling-Stones-Titel „Start Me Up“ und machte die neue Startschaltfläche selbst zum Werbesymbol.
Der Name löste die technisch geprägten Versionsnummern ab und verband das Produkt direkt mit seinem Erscheinungsjahr. Dieses Muster setzte Microsoft mit Windows 98 und Windows 2000 fort.
Startmenü, Taskleiste und langer Dateiname
Windows 95 etablierte Startmenü, Taskleiste, Infobereich und Arbeitsplatz in einer Form, die Windows jahrzehntelang prägte. Lange Dateinamen ersetzten im Alltag die beschränkten 8.3-Namen von DOS. Plug and Play sollte Erweiterungskarten automatisch erkennen – ein großes Versprechen, das wegen uneinheitlicher Hardware nicht immer funktionierte.
Technisch war Windows 95 ein Hybrid: Es startete über DOS, führte aber große Teile des Systems und viele Anwendungen im 32-Bit-Modus aus. Win32 wurde zur strategischen Programmierschnittstelle. Alte 16-Bit-Programme liefen weiterhin, wodurch Kompatibilität gewonnen, vollständige Isolation aber erschwert wurde.
Internet, Spiele und kulturelle Wirkung
Die erste Verkaufsversion enthielt noch keinen fest integrierten Internet Explorer; dieser kam über das Plus!-Paket und spätere OEM-Ausgaben. DirectX machte Windows zunehmend zur wichtigen Spieleplattform und reduzierte den Bedarf, Spiele direkt unter DOS mit individuellen Hardwaretreibern zu starten.
Windows 95 steht deshalb für den Moment, in dem der grafische PC im Massenmarkt selbstverständlich wurde. Seine Oberfläche, Startmelodie und Verpackung wurden Teil der Popkultur. Der Support endete am 31. Dezember 2001. Moderne Internetnutzung ist wegen fehlender Sicherheitsmechanismen und Protokolle ausgeschlossen.
Daten und Besonderheiten
- Windows 95 kombinierte DOS-Komponenten, 16-Bit-Altlasten und neue 32-Bit-Win32-Technik.
- Die erste Verkaufsversion unterstützte lange Dateinamen, intern blieben für DOS-Kompatibilität zusätzliche 8.3-Namen erhalten.
- OSR2 führte FAT32 ein und wurde hauptsächlich mit neuen PCs ausgeliefert.
- Startmenü und Taskleiste prägten die Windows-Oberfläche bis weit über das Supportende hinaus.
Geschichte und Einordnung
Microsoft veröffentlichte Windows 95 am 24. August 1995 mit einer außergewöhnlich großen Marketingkampagne. Innerhalb der ersten fünf Wochen wurden laut Microsoft sieben Millionen Exemplare verkauft.
Technik und Besonderheiten
Das neue Startmenü und die Taskleiste ersetzten den Programm-Manager. Windows 95 unterstützte lange Dateinamen, Plug and Play und 32-Bit-Anwendungen, blieb aber auf MS-DOS als Start- und Kompatibilitätsschicht angewiesen.
Support und heutiger Einsatz
Der reguläre Produktsupport endete am 31. Dezember 2001. Heute ist Windows 95 ein historisches System für Retro-Software und die Dokumentation der PC-Geschichte.
Verbreitung und Nutzerzahlen
Die sieben Millionen Verkäufe in den ersten fünf Wochen zeigen den historischen Erfolg. Eine heutige aktive Nutzerzahl existiert nicht; Internetmessungen weisen Windows 95 nicht mehr getrennt aus.