← Zurück zur Übersicht
Betriebssysteme

Windows 98

USB, Internetintegration und der reife Windows-9x-Desktop

Windows 98Windows 9xFAT32USB

Windows 98 entwickelte Windows 95 weiter und verbesserte Hardwareunterstützung, Internetintegration und Systemwerkzeuge für die damalige PC-Generation.

Memphis und der PC des Internetzeitalters

Windows 98 wurde unter dem Codenamen „Memphis“ entwickelt und am 25. Juni 1998 veröffentlicht. Der Produktname folgte der jahresbezogenen Logik von Windows 95. Microsoft wollte die stark wachsende Internetnutzung, neue USB-Geräte und leistungsfähigere PCs besser unterstützen. Die Oberfläche verband den Windows-Explorer eng mit Internet Explorer; Ordner konnten ähnlich wie Webseiten dargestellt werden.

Diese Browserintegration war technisch und politisch folgenreich. Sie stand im Zentrum des US-amerikanischen Kartellverfahrens gegen Microsoft, weil der Browser nicht mehr wie ein frei austauschbares Zusatzprogramm wirkte.

Windows 98 Second Edition

Die 1999 veröffentlichte Second Edition – meist Windows 98 SE genannt – wurde für viele Anwender zur eigentlichen Standardversion. Sie brachte Internet Explorer 5, verbesserte USB- und Netzwerkunterstützung sowie Internet Connection Sharing. Viele Treiberhersteller konzentrierten sich auf SE, weshalb die Ausgabe in Retro-PCs bis heute häufiger eingesetzt wird als die ursprüngliche Version.

Windows 98 unterstützte das FAT32-Dateisystem breiter, führte das Windows Driver Model ein und verbesserte ACPI-Energiesparfunktionen. Gleichzeitig blieb es eng an MS-DOS gebunden und besaß keinen vollständigen Speicherschutz zwischen allen Komponenten.

Hardwarevielfalt und typische Schwächen

Die Stärke von Windows 98 war die Unterstützung der damaligen Consumer-Hardware: Soundkarten, 3D-Beschleuniger, Modems, Drucker, Joysticks und frühe USB-Geräte. Genau diese Vielfalt machte Installationen aber empfindlich. Treiber konnten den gesamten Rechner zum Absturz bringen, Ressourcen wie IRQs mussten teils manuell abgestimmt werden und größere Speicher- oder Datenträgerkonfigurationen stießen an Grenzen.

Der Support für Windows 98, 98 SE und Me endete am 11. Juli 2006. Für historische Spielehardware bleibt 98 SE interessant, sollte jedoch nicht mehr ungeschützt mit heutigen Netzen verbunden werden.

Daten und Besonderheiten

  • Windows 98 erschien 1998, die verbreitete Second Edition folgte 1999.
  • FAT32 erlaubte praktikablere große Partitionen als das ältere FAT16.
  • Das Windows Driver Model sollte Treiber zwischen Windows 98 und Windows 2000 vereinheitlichen.
  • ACPI, USB und Internetintegration waren wichtige Fortschritte, aber anfangs stark von Treiberqualität abhängig.

Geschichte und Einordnung

Windows 98 erschien am 25. Juni 1998. Windows 98 Second Edition folgte 1999 und wurde wegen besserer Netzwerk-, USB- und Stabilitätsfunktionen besonders verbreitet.

Technik und Besonderheiten

FAT32, das Windows Driver Model, bessere USB- und AGP-Unterstützung, Internet Explorer und Active Desktop gehörten zu den prägenden Merkmalen. Unter der grafischen Oberfläche blieb MS-DOS ein wichtiger Bestandteil des Startvorgangs.

Support und heutiger Einsatz

Microsoft beendete den Support für Windows 98, 98 SE und Me am 11. Juli 2006. Für Retro-PCs ist 98 SE wegen Treiber- und Spielekompatibilität weiterhin interessant, aber nicht für produktive Netze.

Verbreitung und Nutzerzahlen

Microsoft erwartete Windows 98 kurz nach Marktstart auf einem großen Teil neuer Consumer-PCs. Heutige aktive Nutzer werden nicht mehr seriös gemessen; viele erhaltene Systeme arbeiten offline oder in Sammlungen.